German Arabic Chinese (Traditional) Czech Danish Dutch English Finnish French Greek Hungarian Italian Norwegian Polish Portuguese Russian Spanish Swedish Turkish

Chronik

Als im Jahr 1919 in den Nachkriegswirren des Ersten Weltkrieges die Firma Hermann Schuster entstand, wollte gewiss niemand darüber nachdenken, was 85 Jahre später sein würde.

Heute existiert die Siegfried Schuster GmbH als Familienbetrieb bereits in der dritten und vierten Generation. Aus dem Betrieb auf dem Hinterhof der Leipziger Innenstadt wuchsen zwei Filialen an den Blumengroßmärkten in Leipzig - Radefeld und Langerwisch bei Potsdam.

Zu keiner Zeit fiel der Weg durch die 85 Jahre leicht. Inflation, Weltwirtschaftskrise, Neuaufbau im wahrsten Sinne des Wortes aus den Trümmern des II. Weltkrieges, tagtägliche Angst vor Zwangsverstaatlichung und Kampf mit den Planbehörden in der DDR-Zeit, Neuaufbau und Freischwimmen in der Marktwirtschaft ab 1990.


Dass wir ein blühendes und erfolgreiches Unternehmen auch unter schweren Bedingungen werden und dass wir Geschäftsbeziehungen in alle Welt aufbauen konnten, dass Container mit unseren Artikeln inzwischen aus Afrika und Asien nach Leipzig-Radefeld geschwommen kommen, verdanken wir vor allem auch Ihrer Treue als Kunden.

 

 

Historie Schuster Floristenbedarf

Ein Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkriegs gründete Hermann Schuster 1919 in der Leipziger Innenstadt eine Kranzschleifenprägerei und den Handel mit Bindereibedarfsartikeln.

Hermann Schuster 1929
Bei den Luftangriffen auf Leipzig am 4. Dez. 1943 wurde auch das Gebäude der Firma Hermann Schuster zerstört. Weil ihr Mann Alfred Schuster zunächst als Soldat eingezogen und später in Kriegsgefangenschaft war, ergriff die Schwiegertochter Elfriede Schuster die Initiative und baute die Firma buchstäblich aus den Trümmern wieder auf.

Doch 1959 entstand mit dem Umzug in die Hohe Straße im Leipziger Zentrum die Firma, die für viele Kunden der DDR zum Inbegriff wurde.

Ein Herzstück der Firma blieb die Kranzschleifendruckerei, die Alfred Schuster bis zu seinem Tod 1972 führte. Wegen der aggressiven Politik der DDR-Regierung gegenüber selbständigen Gewerbetreibenden Anfang der 70er Jahre konnte dieser Teil der Firma nicht durch den Sohn Siegfried Schuster weitergeführt werden.

Der Großhandelsteil der Firma entging diesem Schicksal. Als die Politik der DDR-Regierung in den 60er Jahren relativ freundlich gegenüber Selbständigen war, hatte Alfred Schuster diesen Teil der Firma an seinen Sohn Siegfried Schuster übertragen. Durch Zufall entging die Firma der Verstaatlichungswelle 1972. Und doch blieb es eine Zeit voller politisch begründeter Existenzängste.

Vieles unterschied sich damals in der Firma von den Bedingungen heute.
Die Produktpalette, die im wesentlichen auf Trauer- und Totensonntagsfloristik ausgerichtet war, wurde nicht auf Messen ausgesucht, sondern wurde in wichtigen Warengruppen über staatlich gelenkte Warenfonds zugeteilt. Für eigene Initiativen blieb wenig Spielraum.

Mit den Veränderungen im Herbst 1989 und der sich abzeichnenden Wirtschafts- und Währungsunion waren die Vorzeichen auch für die Firma Hermann Schuster wie auf den Kopf gestellt: Auf einmal standen Waren in Hülle und Fülle zur Verfügung - man musste sie nur präsentieren können. Auch wenn die Kunden die Ware schon fast vom LKW herunter kauften: Die Räume in der Hohen Straße platzten aus allen Nähten. Es war bald klar, etwas Neues muss her!

Schon beim Umzug 1990 war deutlich, dass es nur ein Provisorium sein kann: In den Gewächshäusern einer ehemaligen Gärtnerei in Leipzig-Paunsdorf entstand nun ein Abholmarkt und Frau Annemarie Schuster leistete hier Gigantisches, um die langen Öffnungszeiten mit ihrer kleinen Mitarbeiterschar abzudecken. Gleichzeitig wurden Kontakte zu Lieferanten und neuen Kollegen geknüpft, um eine möglichst reiche Produktpalette präsentieren zu können.

Improvisationstalent war in Paunsdorf gefragt, ständig mussten neue Räumlichkeiten um- und ausgebaut werden, um mit der wachsenden Firmengröße Schritt zu halten. Und doch wurden gerade in dieser Zeit wesentliche Meilensteine für den weiteren Erfolg der Firma gelegt: Michael Schuster, mit dem die vierte Generation in der Firma Einzug hielt, sorgte für die konsequente Nutzung der Chancen der Computervernetzung in der Firma. Gleichzeitig begann durch die Mitarbeit in der IGB-Gruppe, einer Gemeinschaft von Importeuren, auch der Anteil an Eigenimporten zu steigen. Vor allem aber stärkten die Jahre in Paunsdorf das Selbstbewusstsein: Wir müssen gewiss viel Kraft investieren - aber wir brauchen uns vor niemand verstecken.

Am 2. November 1996 wurde wieder ein großer Schritt getan: Gemeinsam mit der NBV wurde am Blumengroßmarkt Leipzig-Radefeld ein neuer Firmenstandort errichtet. Zu dieser Zeit bekam die Firma aus organisatorischen Gründen einen neuen Namen: Siegfried Schuster GmbH. Großzügigere Räumlichkeiten, eine günstige Anbindung, dazu die Kundenkontakte und die Erfahrungen aus der Zeit der Hohen Straße und Leipzig-Paunsdorf: Der neue Standort wurde ein voller Erfolg!

Am 18. April 1999 wurde die nächste Etappe zurück gelegt: Am Blumengroßmarkt Langerwisch südlich von Potsdam und Berlin entstand ein zweites Standbein der Firma. Einerseits konnten wir auf die Erfahrungen, die wir in Leipzig gemacht hatten, zurückgreifen. Anderseits beschritten wir nun - von unserer Leipziger Firmengeschichte her gesehen - wirkliches Neuland. Und doch blieb es eine wirkliche Familienfirma, weil mit Anett Harnisch und ihrem Mann Joachim auch hier zwei Familienmitglieder das Zepter in die Hand nahmen.

Noch vor zehn Jahren hätten wir nicht zu träumen gewagt, wie sich die Firma inzwischen entwickelt hat. Dennoch wollen wir nicht vergessen, was für uns als Privatfirma in der DDR und in den wirtschaftlichen Turbulenzen der Nachwendejahre eine wichtige Erfahrung geworden ist: Wir können nur gemeinsam mit unseren Kunden erfolgreich sein. Ihre Sorgen und ihre Erfolge gehen uns unmittelbar an.

Schuster Floristenbedarf - Chronik